Das Vitamin K-abhängige Protein S ist ein Cofaktor des aktivierten Protein C, das die aktiven Faktoren V und VIII inaktiviert. Es kann aber auch auf direktem Wege die aktivierten Faktoren V, VIII und X hemmen. Mehr als 60% des Protein S im Plasma ist an das C4b-bindende Protein gebunden. Nur das freie Protein S ist aber wirksam. Während einer akuten Entzündung steigt das Akutphaseprotein C4b-bindende Protein an und bindet vermehrt freies Protein S. Es kommt zu einem kurzzeitigen Abfall des wirksamen Protein S.
Coagulometrischer Assay (Stago)
Der Zeitpunkt der Blutentnahme ist besonders kritisch. Es sollten mindestens 2 Monate nach einem akuten Thromboseereignis bzw. 4 Wochen nach Absetzen von Marcumar vergangen sein. Eine akute Entzündung ist auszuschließen. Bei Nichtbeachtung wäre die Diagnose eines vermeintlichen Protein S-Mangel eine mögliche Konsequenz. Niedermolekulares Heparin kann einen Protein S-Mangel maskieren. Am Tag der Untersuchung sollte daher niedermolekulares Heparin erst nach der Blutentnahme verabreicht werden. Während der Schwangerschaft sinkt das Protein S deutlich ab. Antiphospholipidantikörper sind bekannte Störgrößen. Die Protein S-Aktivität kann bei hohem Faktor VIII falsch niedrig sein.Die Protein S-Aktivität alleine reicht nicht zur Diagnosestellung eines Protein S-Mangels aus. Die immunologische Bestimmung des freien Protein S sollte ebenso erfolgen.